Zeltlagergeschichte 2010
Zeltlagergeschichte 2010
Das Geheimnis durch den alten Schrank
Endlich ist es wieder Sommer! Die Zwillingsmädchen Mirja und Bente -
und Janosch, ihr bester Freund, fahren gemeinsam mit den befreundeten
Eltern in einem Bulli für ein paar Tage in die Eifel. Für Menschen aus
dem Norden sind das dort ganz schön hohe Berge. Alle bestaunen die
hügelige Landschaft mit ihren Wäldern und mit den geschwungenen
Weideflächen in den Tälern. Dazwischen immer wieder auch Ackerflächen,
die von plätschernden Bächen gesäumt werden. Und auf etlichen von den
Bergen thronen oben alte Burgen. Manchmal sind es nur Ruinen. Dann
wieder sehen welche bewohnt aus.
"In so einer Burg werden wir wohnen. Es dauert nicht mehr lange, dann
sind wir da", sagt Janoschs Vater. Janosch und die beiden Mädchen
können es kaum noch abwarten. Aber bei der Abfahrt war ihnen förmlich
"verboten" worden, immer zu fragen: "Wie lange noch?"
Auf einmal biegt der Bulli von der Hauptstraße ab. Auf einer schmalen
und manchmal ganz engen Straße führt jetzt der Weg nur noch bergauf.
Ganz scharfe Kurven, mal links herum, mal rechts herum. "Das sind
Serpentinen", sagt Janoschs Vater. Aber es ist ganz still geworden im
Minibus. Mirja und Bente sind irgendwie graugrün im Gesicht und sehen
unglücklich aus. Aber auch ihre beiden Eltern halten sich verkrampft an
den Sitzen fest. Und Janosch meint auf einmal gequält: "Papa, ich muss
gleich spucken ..." - "Guckt bitte immer vorne geradeaus aus dem Auto.
Macht die Kurven und die Bewegungen mit, dann wird euch nicht so
schnell schlecht", ist von Janoschs Mutter weise zu hören. - "Mir ist
schon schlecht!", würgt Janosch. "Gleich sind wir oben und steigen aus,
dann wird alles wieder gut", sagt Janoschs Vater.
Eine letzte Kurve noch, da sehen sie alle plötzlich das Burgtor vor
sich. Der Bulli hält. Die Türen gehen auf. Raus an die frische Luft und
festen Boden unter die Füße. Alle seufzen unterschiedlich laut, aber
erleichtert, die Kinder und auch die Großen, bloß Janoschs Vater nicht.
Der grinst über das ganze Gesicht. "So, da sind wir!", sagt er
fröhlich, ,,Jetzt gehen wir rein, lassen uns unsere Zimmer zeigen,
holen das Gepäck und ziehen ein!"
Während die Eltern alle Sachen auspacken und ordentlich in den
Schränken verstauen, begeben sich Mirja und Bente mit Janosch schon mal
auf Erkundungstour. Vor allem die Wendeltreppe in dem Rundturm hat es
ihnen angetan. Allerdings haben sie, wenn sie schnell gehen, bald
wieder das Gefühl, ihnen werde schlecht. Dennoch treibt sie die Neugier
erst immer höher hinauf. Sie probieren jede Tür, gucken durch jedes
Fenster und staunen, wie hoch sie in dem Turm über der Erde sind.
Dann entscheiden sie, auch noch in die andere Richtung zu gehen. Die
Treppe dieser Burg da oben auf dem Berg führte doch auch noch nach
unten?! "Ob es da ein Verließ gibt?", fragt Bente. "Vielleicht ja eine
Folterkammer!", flüstert Janosch. "Ich hab Angst", meint Mirja, "das
dürfen wir doch bestimmt nicht. Und gleich am ersten Tag ... " - "Ach,
Quatsch! Kommt!", sagt Janosch. Immer langsam, damit ihnen nicht wieder
schlecht wird, und sehr aufmerksam, damit sie nicht erwischt werden,
schleichen sie sich die Wendeltreppe in ihren Windungen hinunter. Immer
tiefer und tiefer. "Gut, dass ich meine Taschenlampe jetzt immer bei
mir habe", sagt Janosch und leuchtet vorsichtig nach unten.
Auf einmal ist die Treppe zu Ende. Sie stehen in einem kleinen Raum vor
lauter verriegelten Türen. "Da steht ein uralter Schrank in der Ecke",
flüstert Bente. "Ich hab Angst", ist Mirja schon wieder zu hören.
"Kommt, wir probieren mal, ob der Schrank offen ist. Vielleicht ist da
ja etwas Interessantes drin", kommt es von dem mutigen Janosch. Sie
schleichen sich leise zu dem Schrank. Es riecht modrig und
verschimmelt. Ein Schlüssel steckt nicht. Sie fassen die eine
Schranktür an, - und sie lässt sich öffnen, quietschend und knarrend.
Der Schrank ist - völlig leer. Mirja und auch Bente wenden sich schon
enttäuscht und ängstlich ab, wollen zurück zur Treppe und schleunigst
nach oben. Da sagt Janosch, während er mit seiner Taschenlampe
herumfuchtelt, plötzlich leise aber aufgeregt: "Der Schrank hat gar
keine Rückwand! Kommt mal gucken! Und dahinter ist auch gar keine
Mauer, da ist - ein Gang, ein unterirdischer Gang!"
(Kuddel - 10.07.2010)
Sofort will Janosch in den Schrank und den geheimen Gang erkunden. Doch
Bente zögert, denn sie hat Angst. Aber schnell wird sie von ihren
beiden Freunden überredet mitzukommen, sonst wäre sie ja ganz allein in
der gruseligen Burg.
Janosch geht mutig vor und leuchtet den Gang aus. Überall sind
Spinnweben mit dicken, großen Spinnen. Fledermäuse hängen an den Decken
und es riecht modrig. Der Gang sieht aus, als würde er jeden Moment
einstürzen. Trotzdem gehen sie weiter. Nach einigen hundert Metern
stolpert Janosch über einen Stein und seine Taschenlampe fällt auf den
Boden und ist kaputt. Mutig tasten sie sich engumschlungen durch die
Spinnweben den Gang weiter entlang.
Plötzlich schreit Mirja: "Hilfe, irgendetwas ist auf meinem Kopf! Es
soll weg! Sie fuchtelt wild mit ihren Armen umher. Dabei trifft sie
Bente, die zu Boden fällt und in eine Falltür stürzt. Sie schreit
fürchterlich laut, doch ihr Schreien wird immer schwächer und verstummt
schließlich. Ohne zu zögern springen Janosch und Mirja hinterher durch
einen langen rutscheartigen Tunnel. Sie landen in einem Raum mit vielen
Fackeln. Mit Schrecken stellen sie fest, dass sie in einer Folterkammer
gelandet sind. Rings herum liegen Skelette und Totenschädel. Und
plötzlich sehen sie einen sehr alten, unheimlichen, dicken Mann. Er hat
sein Gesicht unter einer dunklen Kapuze verborgen und nur sein langer,
weißer Bart ist zu sehen. "Was wollt ihr hier? Warum stört ihr die Ruhe
der Toten?"
Bente, Mirja und Janosch haben schreckliche Angst und fliehen durch
eine schmale Tür am hinteren Ende des Raumes. Die Kinder haben großes
Glück, dass er nicht durch die Tür passt, denn er ist ein Kannibale.
Auf einmal sind sie in einem hellen, freundlichen Raum mit vielen
Blumen...
(Laura, Lena, Arne, Daniel, Florian und Marlies - 11.07.2010)
Mirja, Bente und Janosch staunen. "Wahnsinn!", sagt Bente. "Da ist ja
auch ein kleiner See mit vielen hübschen Seerosen und Goldfischen."
Janosch fragt: "Soll ich Dir einen Goldfisch holen?" "Das wäre
klasse!", sagt Bente. Janosch kniet sich ans Ufer und will mit
seinen Händen einen Goldfisch fangen. Plötzlich beugt er sich zu weit
vor und fällt in den See hinein. Janosch versucht, sich an einer
Seerose festzuhalten. Es gibt einen großen Knall und die Seerose wird
immer größer und größer. Sie ist schließlich so groß, dass man sich
hineinsetzen kann. Janosch setzt sich hinein und paddelt mit seinen
Händen ans Ufer. Mirja und Bente steigen ein. Janosch paddelt mit
seinen Händen den See entlang.
Plötzlich kommen sie in eine Strömung und werden mitgerissen. Noch ehe
sie wissen, wie ihnen geschieht, fahren sie durch einen Strudel
hindurch. Auf einmal befinden sie sich in einem alten, modrigen
Raum.
Vor ihnen steht ein Skelett, das Flöte spielt. "Hilfe, ein Skelett!",
schreit Mirja. Das Skelett fängt an zu reden und sagt: "Ihr braucht
keine Angst zu haben. Ich heiße Baby Drac. Ich bin traurig, weil ich so
früh gestorben bin. Ich bin vor meinem Vater davongelaufen, weil er
mich beißen wollte. Dann war ich immer allein und bin leider
verhungert."
Mirja, Bente und Janosch verstummen, weil hinter dem Skelett eine
Blutkönigin steht. Sie sagt: "Ergebt euch, wenn euch euer Leben lieb
ist." Die Kinder sind sehr erschrocken und gehen immer weiter
rückwärts. Dann stoßen sie gegen die Wand hinter ihnen. Die Wand dreht
sich und sie landen in einem Raum mit lieb aussehenden Babydrachen.
Janosch sagt: "Ich möchte die Drachen streicheln." Bente flüstert ihm
zu: "Pass auf, die können gefährlich sein!" Janosch und Mirja überreden
Bente und sagen: "Hab doch keine Angst, die Drachen sind doch noch so
klein." Als sie dann aber die Drachen streicheln, verwandeln sie sich
in riesige, feuerspuckende Bestien. Sie schreien alle auf und Janosch
fällt vor Schreck auf den Po.
Mirja und Bente helfen Janosch wieder hoch und laufen auf die andere
Seite. Hier befinden sich Schlingpflanzen. Als sie sich dagegen lehnen,
werden sie von den Schlingpflanzen gepackt und hochgezogen. Sie kommen
in einen hell erleuchteten Raum. Dort sitzt am Lagerfeuer ein alter,
armer Mann. "Kommt doch zu mir!", sagt er mit einer tiefen, dunklen
Stimme. "Ich tue euch nichts. Ich kann euch die Zukunft durchs Feuer
voraussagen." Sie setzen sich ans Feuer und sehen es gespannt an.
Plötzlich sehen sie.................
(Marie, Lennart, Celine, Lisa, Alina, Emelie, Majella und Sonja -
12.07.2010)
... einen großen Zauberer mit einer Zauberkugel in den Händen, laut
rufend: "Wer will Original Chicken Wings von Mc Donalds für nur 4,99
€?" Dann erlischt die Flamme. Der alte Mann steht fluchend auf und
schreit: "Scheiße, die Gasflasche ist schon wieder leer!" Dann
verschwindet er in einem schmalen Gang in der Ecke des Raumes. Die drei
Freunde schauen sich jetzt etwas genauer in dem Raum um und Janosch
entdeckt auf dem Boden einen großen Schlüssel mit einer eingestanzten
Nummer: 47 11. Er steckt ihn in die Hosentasche. Bente entdeckt in
einem alten Bücherregal von Ikea eine Schriftrolle. Vorsichtig wird die
Schriftrolle geöffnet. Bente liest laut vor: "Um das Land im Schrank zu
verlassen, muss man im Besitz von drei Schlüsseln sein. Einen der
Schlüssel findet ihr bei dem Kannibalen, dort gibt es auch einen
Hinweis auf den weiteren Schlüssel.
Mirja, Bente und Janosch verlassen den Raum durch eine Luke im
Fußboden, die Mirja entdeckt hat. Die schmale Treppe führt immer tiefer
nach unten. Die Wände sind feucht und es riecht nach totem Fisch.
Endlich sehen sie drei Türen am Ende der Treppe, die aber alle
verschlossen sind. Vorsichtig lauschen sie an den drei Türen. Bente,
die an der ersten Tür steht, hört ein lautes Schnarchen. Mirja hört an
der zweiten Tür einen lauten Schrei, der sich alle zweieinhalb Minuten
wiederholt. Janosch, der an der dritten Tür lauscht, vernimmt ein
leises Kichern und Lachen.
Die drei Freunde entscheiden sich für die erste Tür und klopfen zuerst
vorsichtig, dann immer heftiger an. Es dauert eine Weile, bis sich die
Tür quietschend öffnet. Drinnen steht Papa Schlumpf mit vom Schlaf
verklebten Augen und fragt: "Wer stört und wie kann ich euch behilflich
sein?" "Wir suchen den Kannibalen", sagt Janosch, "kennst du vielleicht
den Weg?" "Ja", grummelt Papa Schlumpf, "kommt doch herein". Zögernd
betreten Janosch, Mirja und Bente den Raum, in dem es nach ausgekautem
Kaugummi und verschütteter Cola riecht. Papa Schlumpf zeigt auf die
gegenüberliegende Seite des Raumes. Dort befindet sich eine weitere
Tür. "Wenn ihr durch diese Tür geht, gelangt ihr zu dem Kannibalen.
Aber seid vorsichtig, er hat heute noch nicht gefrühstückt", sagt Papa
Schlumpf. Vorsichtig öffnen sie die Tür.
(Leo, Tim, Rene, Jorid, Emily, Majella und Reiner - 13.07.210)
Der Kannibale wartet schon auf die Kinder, da er weiß, dass sie
zurückkommen müssen. Er sitzt am Feuer, blickt die Kinder an und sagt:
" Ich habe schon auf euch gewartet." Dann geht er auf die Kinder zu und
versucht sie zu packen, aber die Kinder weichen aus und Janosch greift
sich ein Schwert, das auf dem Boden liegt und mit einem Hieb stutzt er
dem Kannibalen den Bart.
Dann kommt der Zauberer, der "Chicken Wings" gerufen hat und sagt: "Für
nur 4,99 €!" Daraufhin sagt der Kannibale: "Hau ab, Peter, das", und
damit deutet er auf die Kinder, "ist mein Essen."
Dann greift Mirja auch ein Schwert und schneidet dem Kannibalen drei
Finger ab. Der Kannibale schreit: "Das kriegst du zurück!" Er greift
sich eine Axt von der Wand und schleudert sie in Mirjas Richtung. Aber
Mirja weicht aus und es fallen ein paar Steine aus der Wand. Zum
Vorschein kommt ein Schlüssel mit der Nummer 08 15.
Der Kannibale schreit wütend auf und stürzt auf das Loch in der Wand
zu. Aber Bente ist schneller. Sie greift den Schlüssel. Dabei sieht sie
einen Zettel, auf dem groß "Hinweis:" steht. Aber bevor sie auch den
Zettel nehmen kann, muss sie dem Kannibalen ausweichen, der jetzt mit
voller Wucht gegen die Wand prallt. Er sackt zu Boden, rappelt sich
aber sofort wieder auf. Der Raum färbt sich rötlich von dem Leuchten
des wütenden Gesichtes des Kannibalen. Er schreit in seiner Wut: "Ohne
den Hinweis, dass der nächste Schlüssel im Drachenmagen ist, kommt ihr
sowieso nicht weiter.
Als er merkt, dass er alles verraten hat, glüht der Kopf noch einmal
richtig auf. Er wird richtig knallrot und dann immer heller, bis er
schließlich so hell wie die Sonne leuchtet. Anschließend zerplatzt er
mit einem lauten Knall. Die Kinder sind erleichtert und gehen wieder zu
der Tür, die zu Papa Schlumpfs Zimmer führt.
(Arne, Florian, Colin, Yannik und Alf - 14.07.2010)
Als sie in die Kammer von Papa Schlumpf kommen, ist er nicht da. Aber
plötzlich springt der Drache mit einem Satz vor die Kinder. Aus seinem
Maul hängt noch die Mütze von Papa Schlumpf.
Mirja nimmt all ihren Mut zusammen und stellt sich dem Drachen
gegenüber, um mit ihm zu kämpfen. Dieser reißt sein riesiges Maul auf
und verschlingt das Mädchen mit einem Schnapp. Janosch und Bente
schreien von Angst und der Drache wird sehr wütend und rennt
feuerspeiend auf sie los.
Janosch und Bente greifen sich ein Schwert und ein Messer von der Wand.
Doch ehe sie anfangen können, mit ihm zu kämpfen, hat der Drache auch
sie verschluckt. Die Kinder rutschen die Speiseröhre hinunter und als
sie im dunklen Magen des Drachens landen, erwarten sie schon Mirja,
Papa Schlumpf und seine Familie, die der Drache schon vor langer Zeit
verschluckt hat.
Im Magen finden die Freunde nicht nur den Schlüssel, sondern auch viele
Kräuter und Zutaten für Zaubertränke. Hieraus braut Papa Schlumpf einen
Trank. Diesen schütten sie in den Dünndarm des Drachen. Dann passiert
erst gar nichts, dann fängt es an zu gurgeln und der Trank, der den
Drachen in eine Maus verwandelt, beginnt zu wirken. Der Drache
schrumpft zusammen und für die Freunde wird es sehr eng, bis der
Mausedrachen zerplatzt.
Bente, Mirja und Janosch sind froh und Papa Schlumpf und seine Familie
bedanken sich bei ihnen.
Die drei Freunde gehen mit den drei Schlüsseln zu einer Tür
hinaus.
(Alina, Lisa, Tom, Johnny, Lucas und Sönke - 15.07.2010)
Die Kinder befinden sich nun wieder in dem Gang, in welchem sich die
beiden anderen verschlossenen Türen befinden.
"Welche Tür sollen wir denn jetzt nehmen?", fragt Janosch und hält sein
Ohr an die Tür, hinter der die immer wiederkehrenden Schreie zu hören
sind. Da entdeckt er plötzlich an dem Türschloss eine eingestanzte
Nummer. Er zieht den ersten Schlüssel aus der Tasche und vergleicht die
Zahlen. "Hier müssen wir weiter!", ruft er aufgeregt, "Auf dem Schloss
steht auch 4711, genau wie auf dem Schlüssel." Bente zögert voller
Angst: "Aber diese schrecklichen Schreie, ich trau mich da nicht
hinein." "Aber wir müssen doch", erwidert Janosch, "sonst kommen wir
hier nie mehr raus." Er steckt den Schlüssel in das Schloss, dreht ihn
um, öffnet die schwere Tür und die Kinder treten ängstlich
hindurch.
Nun stehen sie auf einmal im Freien und erblicken einen riesigen,
uralten Baum. Und merkwürdiger Weise ist es der Baum, der die
furchtbaren Schreie ausstößt. Direkt neben dem Baum steht Darth Vader
und versucht, mit seinem Laser-Schwert den Baum zu fällen und alle
zweieinhalb Minuten, wenn der Laser die Mitte des Baumes erreicht,
schreit der Baum laut auf.
"Der arme Baum!", ruft Mirja, "Wir müssen ihm helfen!"
Da fällt Darth Vaders Blick auf die Kinder und er sagt mit hohler,
keuchender Stimme: "Ich bin nicht euer Vater, aber solltet ihr einen
Schlüssel mit der Nummer 08 15 haben, dann gebt ihn mir, sonst stirbt
dieser Baum noch heute!"
Verzweifelt überlegen die Kinder, ob sie ihm den Schlüssel geben
sollten. Aber der alte Baum tut ihnen so leid, dass sie Darth Vader den
Schlüssel schließlich doch zuwerfen. Der fängt ihn geschickt auf und
steckt ihn böse lachend in ein Schlüsselloch, das sich in einer kleinen
Tür im Stamm des Baumes befindet.
Er ist damit so beschäftigt, dass er für ein paar Sekunden sein
Laser-Schwert aus den Augen lässt. Janosch reagiert sofort, schnappt
sich mutig das Schwert und stößt es Darth Vader in den Po. Zischend
entweicht heiße Luft und der schreckliche Kerl fliegt in die
unendlichen Weiten des Universums.
Der Baum ist gerettet, bedankt sich bei den Kindern und sagt: "Geht nun
durch die Tür in meinem Stamm und dann seid auch ihr bald
gerettet."
Die Kinder zwängen sich durch die Tür und verlieren im Inneren des
Baumes plötzlich den Boden unter den Füßen, rutschen eine lange,
spiralförmige Rutsche nach unten und landen nach einer rasanten
Rutschpartie unsanft in einer runden Kammer voller alter Möbel. Sie
rappeln sich auf, klopfen sich den Staub aus den Hosen und schauen sich
um. Ganz hinten entdeckt Mirja einen großen Schrank, der irgendwie
genau wie der alte Schrank aussieht, durch welchen sie in diese
merkwürdige Welt gelangt sind.
An der Schranktür hängt ein rostiges Vorhängeschloss. "Bente, gib mir
bitte schnell den letzten Schlüssel, ich glaube, ich weiß, in welches
Schloss der passt!" Bente reicht den Schlüssel ihrer Schwester und
Mirja steckt ihn in das Schloss. Sie hat ein bisschen Mühe, den
Schlüssel zu drehen, aber schließlich springt der Bügel des Schlosses
doch noch auf und die Kinder öffnen vorsichtig die Tür des Schrankes.
Im Inneren des Schrankes ist es wieder so dunkel, dass man nicht
erkennen kann, was sich darin befindet.
Plötzlich hören die drei hinter sich ein ganz lautes Donnern, Fauchen
und Zischen und eine schreckliche Stimme knurrt: "Bleibt wo ihr seid,
ihr entkommt mir nicht!" Die Kinder erstarren und sehen als letzten
Ausweg nur noch den alten Schrank vor sich. Schnell springen sie hinein
und die schwere Schranktür knallt hinter ihnen zu. Die Kinder drücken
sich tief in das Innere des Schrankes und plötzlich gibt die Wand
hinter ihnen nach und die Kinder purzeln rückwärts in einen Raum. Sie
hören noch eine Stimme rufen: "Nun ist dieser Weg für immer
verschlossen!" Und dann ist es plötzlich ganz still.
Verwundert blicken sich die Kinder um und bemerken, dass sie sich nun
wieder in dem kleinen Raum mit den vielen verschlossenen Türen in der
alten Burg befinden. Sie sehen sich noch einmal nach dem alten Schrank
um, der plötzlich eine Rückwand hat und nur noch ein ganz normaler
alter Schrank zu sein scheint. Mirja, Bente und Janosch atmen auf und
da hören sie auch schon die Stimmen ihrer Eltern, die schon nach ihnen
suchen.
Erleichtert und froh, dass sie dieses Abenteuer unversehrt überstanden
haben, steigen die Kinder Hand in Hand die uralte Wendeltreppe in einer
Burg irgendwo in der Eifel wieder hinauf.
(Emily, Jannik, Colin, Celine, Daniel, Emelie und Gerit -
16.07.2010)

