Entstehung der Kirchengemeinde
Als die Häuser noch getäfelt, schornsteinlos, strohgedeckt waren, als Todesfelde "im großen und ganzen" noch das "Gepräge eines Heidedorfes" trug, "das bis vor kurzem 'abseits' von allem Weltverkehr lebte wie die Großeltern auf derselben Scholle es auch gethan", als man spürte, dass "die Chaussee geistige Luft und Licht auch hierher geführt" hatte, damals, vor über einhundert Jahren, wurde unsere Kirchengemeinde völlig selbständig.
Am 24. März 1898 gab es aus diesem Anlaß eine kirchliche Feier, und ab dem 1. April desselben Jahres lag westlich von Segeberg die neue lutherische Kirchengemeinde, gebildet aus den Ortschaften "Todesfelde, Bark mit Schafhaus, Fredesdorf, Glashütte und Buchholz, Hartenholm, Stuvenborn und Sievershütten".
Und schon von damals an war das Heidedorf Todesfelde namensgebend, was sich ja bis heute nicht geändert hat.
Kaum war dies geschehen, da begann die Planung des Kirchbaues, denn daran knüpften die damaligen Verantwortungsträger große Hoffnungen: "Verschiedene neue Häuser sind hier im letzten Jahrzehnt entstanden; größer jedenfalls wird die Baulust werden, wenn erst die Kirchenglocken von Todesfelde die Bewohner umliegender Dörfer, namentlich auch Handwerker, nach hier locken werden."
Welch eine Aufbruchsstimmung! Welch ein Mut! Welch ein entschlossener Unternehmungsgeist! Dabei waren die "sogenannten Heidedörfer pekuniär nicht günstig ... gestellt". Dennoch wurde das Ziel schließlich erreicht, was durch den Ministerialerlaß vom 20./21. Januar 1898, die Errichtungsurkunde" dokumentiert wird:
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Abschrift
Urkunde betreffend Die Errichtung einer selbständi- gen Kirchengemeinde To- desfelde. ____
Kiel, 20. den ----. Januar 1898 Schleswig, 21. Mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistlichen pp. Angelegenheiten und nach Anhörung der Betheilig- ten wird von den unter- zeichneten Behörden hierdurch Folgendes festgesetzt.
§ 1. Die Ortschaften Todesfelde, Bark mit Schafhaus, Fredes-
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dorf, Glashütte und Buchholz, Hartenholm, Stuvenborn und Sievershütten werden aus den Kirchengemeinden Se- geberg bezw. Sülfeld ausge- pfarrt und bilden fortan eine besondere Kirchenge- meinde Todesfelde.
§ 2. Die bisherige dritte Pfarr- stelle in der Kirchengemein- de Segeberg mit dem Amts- sitze in Todesfelde geht mit ihrem gegenwärtigen Inhaber auf die Parochie Todesfelde über. Derselben bezw. der Organisten- und Küsterstelle in Todesfelde fließen, soweit die Rechte der gegenwärtigen Amtsin- haber nicht entgegenstehen, diejenigen bisher zum Einkom- men der Pfarrstellen bezw. |
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Küster und Organistenbe- dienungen zu Segeberg und Sülfeld gehörigen Be- züge zu, welche aus Stol- gebühren oder Lieferungen oder Geldzahlungen bezw. den an die Stelle derselben getretenen Geldrenten und Ablösungskapitalien aus den abgezweigten Bezirken be- stehen.
§ 3. Die Eigenthums- und sonstigen Privatrechte, welche die Eingesessenen der neuen Gemeinde Todesfelde an den Kirchenstühlen und Erbbe- gräbnissen in Segeberg bezw. Sülfeld erworben haben, werden durch die Parochialtheilung nicht berührt.
§4 |
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§4. Diese Urkunde tritt mit dem 1. April 1898 in Kraft.
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Königliches evangelisch lutherisches Konsistorium in Kiel. gez. Chalybaeus
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Königliche Regierung Abtheilung für Kirchen und Schulwesen gez. Schow
Für richtige Abschrift
? Kanzlei-Rath
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Wenn die Kirchengemeinde Todesfelde für uns heute etwas ganz Selbstverständliches ist mit ihren beiden je von einem Friedhof umgebenen Kirchen, den beiden Gemeindehäusern, den Kindergärten, den Chören ..., dann ernten wir über einhundert Jahre später von den Früchten, die unsere Vorfahren und selbstbewußten Vorkämpfer einst gesät haben, - damals, ganz zu Anfang, und dann, auf dem langen Weg durch bewegte bis dramatische und tragische Zeiten, immer wieder. Die Besinnung darauf steht in Beziehung zu denen, die vor uns waren. So würdigen wir ihre Entschlüsse, ihr Tun, ihre Ziele und Perspektiven. An uns ist es, "den Acker" heute und weiterhin zu bestellen, uns nicht bequem an den Früchten genügen zu lassen, sondern auch neu zu "säen".
Dabei spüren wir Widerstände, Gegenwind. Der Acker ist vielerorts und zu mancher Zeit ein mühsames Feld. In einer Zeit, in der es zumindest den Anschein hat, als würden nicht wenige zufrieden sein mit Genuß und Konsum, mit dem schnellen Glück, da wirken die in der Kirche angeschlagenen Töne und beschriebenen Werte wie Anachronismen, wie fossile Relikte aus längst vergangener und überlebter Geschichte. Aber es gibt für uns keinen Grund, müde zu werden, um um Gottes willen das zu tun, das auszusprechen, was in seinen Augen gut und recht ist. Mahnung und Motivation, Kritik und ermunternde Wegweisung gehören dazu.
Außerdem ist Kirchengemeinde immer auch das entschiedene Leben im Miteinander, in gegenseitigem Austausch und in lebendiger Gemeinschaft. Und nicht wenige erleben, erfahren dies auch immer wieder hier bei uns. Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung beschreibt der Apostel Paulus (Gal. 5, 22) als zu erntende Früchte.
ernten dürfen wir.
Das Wachsen jedoch liegt in Gottes Hand, ist Folge der von ihm ausgehenden Kraft, seines uns und unsere Welt erfüllenden Geistes.





